Das Ankleiden um 1250
(Zivil)

["Auswahl Ankleiden"]_[Auswahl Mittelalter]_[vor zu "Gerüstet"]


Da es wiederholt zu Mißverständnissen und Irritationen bezüglich der veralteten Gewandungslinie kam, habe ich die bisherige Abfolge der Bilder in dieser Rubrik geändert und zeige hier nun nur noch die historisch korrektere Variante. Eigentlich wollte ich so meine Anfänge dokumentieren, da ich damit aber offensichtlich einige Leute verunsichert habe, entschloß ich mich dazu diese Bilder zu entfernen. Wer sich den Ablauf des Ankleidens sparen, und nicht scrollen möchte, kann hier klicken um direkt zur Zusammenfassung zu kommen.


Den Anfang der Bekleidung macht die "Bruche" (auch "Braccae", "Bruoch" oder "Bruech"), eine Art Wickelunterhose aus naturfarbenem Leinen. Die "Hosenbeine" waren auf der Innenseite offen und der in der Mitte herunterhängende längere Teil wird hinten, am Tunnelzug vorbei, wieder in die Bruche gesteckt. Bei allen anderen Schnittmustern entsteht im Schritt eine unangenehme Naht, was auch damals schon bestimmt nicht Sinn der Sache war.

Für Berittene gab es auch eine etwas anders geschnittene Variante aus Leder.


Der nachfolgende Link führt

>>ZUR REITERBRUCHE<<

_______________________________________________________




Nun kommt die Bundhaube. Ebenfalls oft aus Leinen war sie eine Art "Babyhaube" für beiderlei Geschlecht, und wurde von Männlein und Weiblein gleichermaßen getragen. Unter anderem um sich vor dem Überspringen von Kopfläusen anderer "sauberer" Zeitgenossen zu schützen.

Bei Männern wurde die Haube quer durch alle Stände getragen; vom Bauer bis zum Edelmann. Die feineren Herren hatten allerdings wohl oft keine Leinenhaube sondern verwendeten feinere Stoffe.

Auch trugen Sie darüber oft noch weitere


Bei den Frauen trugen die Haube nur jene die niederen Standes waren. Ledige Mädchen oder Frauen schmückten sich mit Kopfringen oder trugen das Haar offen. Vermählte Frauen höheren Standes trugen das "Gebende".

Zum Kirchgang war das Gebende jedoch für alle Frauen vorgeschrieben, gleich welchen Standes sie waren.

_______________________________________________________


In diesem Bild sind jetzt zusätzlich meine Beinlinge aus Baumwolle zu sehen. Diese Konnten auch aus Walkloden, Wolle oder Leinen gefertigt sein. Reine Baumwolle war im Mittelalter dieser Zeit wohl eher selten, da sie sehr teuer war. Baumwoll-Mischgewebe (z. B. Barchent*) dürfte aber schon relativ verbreitet gewesen sein, da Baumwolle in großen Mengen (relativ zur damaligen Zeit) importiert wurde.

Befestigt (angenestelt) werden diese Beinlinge mittels Lederschnüren oder Stoffkordeln. Dazu werden die Schnüre durch Öffnungen im Tunnelzug mit der darin befindlichen Kordel verbunden.




* Barchent, ein Gewebe mit leinener Kette und baumwollenem Einschlag ist seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts in Deutschland bekannt und wurde anscheinend auch in Ulm hergestellt.

_______________________________________________________




Im weiteren Verlauf kommt jetzt wohl das Schuhwerk, da es von nun an nur noch von oben her mit dem Ankleiden weitergeht. So muß man sich hinterher nicht mit noch mehr Kleidung am Körper runterbeugen um an den Schuhen rumzuwerkeln. Im Mittelalter könnte das anders ausgesehen haben, da hier Knappen, Leibeigene oder Mägde beim Ankleiden geholfen haben könnten.

Auf diese Schuhe bin ich besonders Stolz, da sie nach Historischen Bodenfunden rekonstruiert, und mir nach Maß angefertigt worden sind. Sie sind auch schon im Abschnitt I "Die Anfänge" unten auf der Seite unter "Detailarbeit" zu betrachten.

Jetzt werden einige sicher sagen das Ihnen das zu teuer ist und ich gebe ihnen Recht; jeder hat schließlich andere Prioritäten.

Aber sind Gummistiefel, Turnschuhe, Römer-Sandalen oder Biker-Boots zur ansonsten vielleicht guten Gewandung die einzig möglichen Alternativen?

_______________________________________________________


Als unterste Schicht der Oberbekleidung diente das Unterhemd auch (Chainse ) genannt. Dieses im Tunicaschnitt hergestellte Kleidungsstück bildet die Standart-Bekleidung armer sowie reicher Personen. Lediglich die Stoffwahl unterschied hier die Stände. Bei Bauern und Ritterorden (Mönchsritter) sowie anderer nicht so vermögender Gesellschaftsschichten dürfte Leinen oder Wolle vorgeherrscht haben. In den höheren Ständen wohl Baumwollmischgewebe und Seide. Und so habe ich mich hier für naturfarbenes Leinen entschieden.

Jetzt geht es mit der, für jeden sofort sichtbaren, Gewandung weiter.


Ankleiden Zivil_"Historisch"




Der "Habit".


Hierbei handelt es sich um eine originale, traditionelle "Ordenstracht" (Talar). Verwendet wurde Hierfür naturweißes Wolltuch.

Bitte fragen Sie mich nicht woher ich dieses Original bekommen habe denn ich musste, um es zu erhalten, dem Kloster strengste Diskretion zusichern und werde das dort abgegebene Versprechen keinesfalls brechen.

Ich bitte darum das zu Respektieren.

Diese Gewandungsversion ist zwar Optisch nicht so Puplikumswirksam, weil einen hier nicht sofort ein schwarzes Kreuz "anspringt", ist aber dafür näher an der Historischen Wahrheit da sich die "Klösterliche Mode" über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert hat.

Ob er in Form, Schnitt und endgültiger Ausgestaltung genau_dem des deutschen Ordens um 1250 gleichkommt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, da meine Quellen diesbezüglich sehr dürftig sind. Sie sprechen nur vom "Habit" aber nicht von näheren Details.


Hier käme jetzt vielleicht noch ein "Skapulier" (ein breiter, über Brust und Rücken, bis zu den Füßen reichender Tuchstreifen) in der einfachen weißen Ausführung. Aber das konnte ich bisher trotz aller Recherche für dieses Jahrhundert nicht herausfinden.

Auch weiß ich nicht ob der Orden für die zivile Kleidung Ledergürtel verwenden durfte, habe aber bisher noch nichts Gegenteiliges gehört oder gelesen.

Das die hier zu sehende Bundhaube in dieser Gewandungsversion schwarz ausfällt passt -denke ich- ganz gut zum jetzt doch recht Klerikalen Aussehen.

Nach weiterführenden Informationen (11/05) und tiefschürfenden Gesprächen mit einem anderen, auch sehr stark in dieses Thema involvierten, Besucher meiner Webseite muß die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, daß der Habit um 1250 auch von schwarzer Farbe gewesen sein könnte.

>>Weiter unten gehe ich noch genauer auf diese Farbproblematik ein.<<




(Neu 15. 11. 05)

Dieser Umhang / Mantel war für die Ritterbrüder, welche die ewige Profeß (Gelübde) abgelegt hatten, Erkennungs und Ehrenzeichen zugleich und einzig Er und der Bart unterschieden im Alltag die Ritterbrüder (Profeßritter) von den "normalen" bzw. dienenden Brüdern.

Die Kreuzmaße:

Höhe: 33,0 cm
Breite:
14,0 cm
Balkenstärke:
2,0 cm

Oberkante Querbalken von
Oberkante Längsbalken:
8,5 cm

Diese Kreuzform wird auch als "Passionskreuz" (Verlängerter Längsbalken) bezeichnet.

Auch wenn es auf diesem Bild nicht so aussieht; der Mantel ist wollweiß (Naturfarben), und passt einfach wunderbar zum hier zu sehenden "Habit", da es im Mittelalter leuchtend reines Weiß wie wir es heute gewöhnt sind wohl nicht gegeben haben dürfte.

Dafür stimmen aber Stoffart des Mantels und die Position sowie in etwa die Größe des Kreuzes
(Ich weiß es gibt Bilder mit dem Kreuz auf der rechten Körperseite, diese sind aber meines Erachtens falsch bzw. Spiegelverkehrt oder aus Stilistischen Gründen verändert abgedruckt bzw. gezeichnet worden).

In fast allen meinen Büchern sind die Kreuze auf der linken Körperseite. Exemplarisch habe ich hier mal zwei Bilder als "Referenz" eingestellt.


(Neu 05.10.05)
Grabmal des Hochmeisters Luther von Braunschweig (um 1275 - 1335) im Dom zu Königsberg.

Aus dem Buch: Unter Kreuz und Adler - Der Deutsche Ritterorden im Mittelalter von Friedrich Benninghoven.


Als nächstes das Bild: Hochmeister-Bildnisse aus dem Kapitelsaal der Marienburg


(Neu 05.10.05)
Aus dem Buch: Die Marienburg von Hartmut Bookmann; Propyläen Verlag.


Es hat (wie die Bilder zeigen) ganz offensichtlich mehrere Kreuzformen und Kreuzgrößen gegeben.

Bevor Sie sich jetzt wundern warum ich denn kein -wie hier zu sehen- riesiges Kreuz auf der Brust trage, möchte ich darauf hinweisen, daß ich keinen Hochmeister, sondern einen Profeßritter darstellen möchte.

Darin liegt die Begründung für das nicht vorhanden sein eines so großen Kreuzes.

Okay, man könnte jetzt noch alles_von Hand nähen bzw. nähen lassen, aber das würde die Sache wieder unbezahlbar machen und schließlich müssen ja auch noch die letzten Kritiker was zum Nörgeln haben, um Glücklich zu sein :o).

Wenn jetzt auch noch ein schwarzer Habit aus Wolltuch dazu kommt dürfte ich wirklich für alle Gelegenheiten gut gewandet sein.




zum Seitenanfang


An dieser Stelle muß ich noch Mal auf die Farbe des Habits zu sprechen kommen.

Ganz offensichtlich waren beiden Farben (weiß und schwarz) möglich und gebräuchlich (Bild als "Referenz" im Anschluß an diesen Text).

Ob dabei der schwarze Habit (Talar) auch vor 1275 schon in Gebrauch war ist aus meinen Büchern leider nicht abzuleiten. Für die Zeit danach scheint er aber in jedem Fall Verwendung gefunden zu haben, auch wenn das nächste Bild (datiert auf 1321) offensichtlich einen weißen Habit für Ritter- und Priesterbrüder zeigt.


(Neu 11/05)

Bibel des Luder von Braunschweig, 1321
Aus dem Buch: 800 Jahre Deutscher Orden; Germanisches Nationalmuseum aus dem Bertelsmann Lexikon Verlag

Es scheint sich bei diesem "Luder von Braunschweig" um die selbe Figur (nur in anderer Schreibweise) wie die weiter oben zu sehende Person des "Luther von Braunschweig" (um 1275 - 1335) aus dem Dom zu Königsberg zu handeln.

Wobei er dort wieder einen schwarzen Habit trägt. Hier kann man (wie beim Tannhäuser in der Manesse) sehr schön sehen, wie das Mantelkreuz bei der linken Figur aus stilistischen Gründen, nur um den Bezug zum Orden zu verdeutlichen, fälschlicher Weise auf die rechte Körperhälfte wandert. Der linke ist übrigens ein Ordensritter, der rechte ein Priesterbruder (an der Tonsur deutlich zu erkennen).

Daraus ziehe ich den Schluß, daß beide Farben Verwendung fanden (vielleicht für Innen- und Aussenkleidung oder sonst eine symbolische Unterscheidung). Denkbar wäre auch eine rein praktische Aufteilung. Da der Orden um 1250 im heiligen Land_und_im Ostseegebiet tätig war, wäre es möglich das der weiße Habit im warmen Akkon getragen wurde und der schwarze im kühleren europäischen Raum.


(Neu 11/05)

Detail vom Altarflügel aus der Jakobskirche in Nürnberg, 1490
Aus dem Buch: 800 Jahre Deutscher Orden; Germanisches Nationalmuseum aus dem Bertelsmann Lexikon Verlag

Hier und auf dem folgenden Bild ist -wie schon beim Bild des Grabmals des Hochmeisters Luther von Braunschweig (um 1275 - 1335) im Dom zu Königsberg- ein schwarzer Habit (Talar) zu sehen (4. Figur v.r.).


(Neu 11/05)

Bild: H.Herbort
Datierung der Schnitzereien noch unbekannt.

Sarg von Elisabeth von Thüringen (1207-31). Ihr Schwager Konrad, Landgraf und späterer Hochmeister ( 1239-40) erwirkte nach ihrem Tod im Jahre 1231 ihre Heiligsprechung im Jahr 1335 und erbaute über ihren Grab die Kirche (Bauzeit 1235-83).


Es scheint also als wäre der schwarze Habit nach 1250 die Regel, und der weiße eher die Ausnahme gewesen. Trotzdem sind beide Varianten offensichtlich legitim wie die oben gezeigten Bilder belegen.


Hier nun nach längerer Stoffsuche ( Danke Andy ! ! ! ) ein Habit in Schwarz. Nun kann ich auch Abbildungen mit schwarzem Habit nahe kommen.


(Neu 2 / 06)

Rechts eine mögliche Trageweise des Mantels bei etwas wärmerem Wetter.

Als besonders gelungen empfinde ich bei dieser Auftragsarbeit, neben der tollen Umsetzung der Arbeitsvorlage, auch die tollen Stoffknöpfe (ich hoffe man kann sie erkennen). Diese konnten damals auch aus Holz, Horn oder Knochen bestehen.

Ich habe inzwischen gehört, daß die Knöpfe schlecht zu erkennen seien (Danke Oliver!). Desshalb, und auf deinen Vorschlag hin, jetzt hier ein Detailbild der Knöpfe.


(Neu 2 / 06)



Zusammenfassung für alle, die einen Deutschordensritter in Zivil um 1250 halbwegs genau darstellen möchten:

(Neu 1/08) Fotograf: André A.

- Schlichte, nicht bunte Kopfbedeckung (Bundhaube, evtl. flacher Hut).

- Mittellanges Haupthaar (höchstens).

- Kurzer bis mittellanger Bart (Priesterbrüder waren rasiert u. trugen Tonsur).

- 2 Wollmäntel (Weiß / Natur); einen ungefütterten und für den Winter einen mit Ziegen- oder Schaffell gefütterten (natürlich nur für die jenigen, welche auch Winterdarstellung betreiben). Beide mit schwarzem Balkenkreuz auf der linken Körperseite (Brusthöhe).

- Schwarzer oder Weißer, knöchellanger Wollhabit (Ordenskleid, Talar).

- Div. Lederteile in Braun / Natur (Gürtel, Beutel, Wasserflasche etc.).

- 2 Unterhemden, für den Sommer aus Leinen (Weiß / Natur)

- 2 Leinenbruchen (Weiß / Natur).

- 2 Paar schwarze Beinlinge aus Wolle oder Leinen.

- Lederschuhe oder kurze Lederstiefel ohne Absatz (Stiefelschaft bis etwa Ansatz Wade) in Braun / Natur, nicht Schwarz.

Dann sieht es so aus wie auf dem folgenden Bild.

(Neu 10/08) Foto: D.K.

Die erlaubte "Kleiderliste" nach den Ordensregeln sieht überigens wie folgt aus:

(1. Mittelhochdeutsch; 2. Übersetzung ins Hochdeutsche)



1._______________ Regel 11

Wie unde wamite man die Brudere mac cleiden unde waz zu ir bettgewande gehoret.

Den Bruderen diesses Ordenes ist mugelich, daz sie linin tuch zu hemeden unde zu nidercleideren unde zu hosen unde zu lilachen unde zu bettgewande unde zu anderen dingen, da ez in zu vuget, tragen unde nutzen. Andere cleidere, die si uzwendic tragent, sulen sin von geistlicher varwe. Die ritterbrudere sulen wize mentele tragen zu eime zeichene ritterschefte, doch sulen sie an anderen cleideren vor anderen bruderen niht sin gescheiden. Wir setzen, daz igelich bruder an mentelen, an cappen, an wapenrocken ein swarz cruce trage, damit er uzwendig bezuge, daz er sie ein sunderlich gelit dises ordenes. Belze, kursene, deckelachen sulen nit anders sin wenne von schefinen unde von geiz vellen, doch sal man niemanne geben geize vel, wan dem, der sie eischet. Schuhe sulen die brudere haben ane snure, ane snebele unde rinken. Des sulen ouch die vlizecliche nemen ware, die da pflegent der cleidere unde des geschuhes, daz man si so geistliche unde so gezemeliche den bruderen bereite, daz sie igelicheme ze maze sin noch zu lanc, noch zu kurz, noch zu enge, noch zu wit, doch also, daz igelicher von im selber ane muwesal uz unde ane muge tun sine cleider unde sine schuhe. Zu den bettecleideren an eime sacke, einem carpitele, eime lilachen, einer kolten von linenem tuche oder von buckerame unde an eime kussene laze im igelich bruder genugen, ez ensi dan, daz der oberste von ettelicher sache iht wolle susgetaner dinge minner machen oder me. Daz ist wol gevuge, daz die, die daz nuwe nement, widergeben daz alde, daz es der, dem die cleider bevolhen sint, den knehten teile unde den armen. Were aber, des Got niht enwolle, daz dekein bruder umme wapen oder cleider oder susgetaner dinge, die man im gibet, freveliche dernach stunde, daz man im schoners oder bezzerez gebe, mit demselben hette er gearnet, daz man im gebe das bösere. Dirre selbe pruve sich ouch, wie vil im des hercen cleidere unde der tugende innewendlich gebreche, der umme des libes behuf uzene so crieget. Sint daz die phaffen in der welde wesende geistliche sulen stellen sich an ir cleideren, so ist vil gezemer, daz si in dem orden wesende beslozzene cleidere nuzzen.

-Aus: Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften von Max Perlbach von 1890




2._______________ Regel 11

Die Kleidung der Brüder

Den Brüdern dieses Ordens sei es erlaubt, Hemden, Unter-kleider, Hosen, Laken und Bettzeug aus Leinen zu haben. Die Oberkleider müssen von geistlicher Farbe sein. Die Ritterbrüder tragen weiße Mäntel als Zeichen der Ritterschaft. Die anderen Kleider unterscheiden sich nicht von denen der übrigen Brüder. Wir gebieten, daß jeder Bruder auf dem Mantel, dem Gewand und dem Waffenrock ein schwarzes Kreuz trage und dadurch nach außen bekenne, daß er ein Glied dieses Ordens ist. Die Brüder sollen Pelzwerk und Decken aus Schaf- und Ziegenfellen haben Ziegenfelle gebe man nur auf Verlangen. Die Schuhe sollen ohne Schnüre, Schnäbel und Ringe sein. Wer für Kleidung und Schuhe zu sorgen hat, passe sie den Brüdern genau und ge-wissenhaft an, daß sie nicht zu lang oder zu kurz, zu eng oder zu weit sind, sondern daß jeder sie selbst ohne Schwierigkeit aus- und anziehen kann. Wenn es der Komtur nicht anders anordnet hinzufügt oder vermindert -, genüge den Brüdern als Bett-zeug ein Bettsack, ein Tuch, ein Laken und eine Decke aus Leinen oder Wollstoff und ein Kopfkissen. Wer neue Kleider er-hält, hat die alten zurückzugeben., Der Bruder, der für die Klei-der zu sorgen hat, verteile diese (die alten Kleider) an Knechte und Arme. Sollte einer, was ferne sei, freventlich danach trach-ten, für die zugeteilten Waffen und Kleider bessere und schönere zu erhalten, so gebe man ihm schlechtere, da er sich selbst ver-dient hat. Er prüfe auch, wie weit ihm die Heiligkeit der inneren Haltung fehlt, da er sich so sehr um das Äußere bemüht. Weil schon die Weltgeistlichen durch die Art der Kleider ihren Stand nach außen zeigen sollen, ziemt es sich für die Ordenspriester um so mehr, geistliche Tracht zu tragen.


Gar nicht so kompliziert wenn man das hier so sieht und liest, oder vielleicht doch? Auch wenn hier z.B. Bundhauben nicht erwähnt sind, halte ich diese für möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich.

Ich hoffe desshalb ich konnte dem ein- oder anderen mit diesen Bildern und Informationen weiterhelfen.


Eines schönen Tages werde ich mir auch noch die dazu passende Jakobsmuschel abholen.


(Neu 6 / 07)

Der Kenner weiß: diese Muschel gab bzw. gibt es als Zeichen der erfolgreichen Pilgerfahrt (über den "Jakobsweg") zum Grab des heiligen Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela in Spanien.

Wahrscheinlich wurde auf Reisen auch häufig ein Löffel mitgeführt, da es damals unüblich war einem Gast ein Besteck zu reichen. Oftmals gab es nur Besteck für die eigene Familie und so musste man als Gast oder Bittsteller Vorsorge treffen, wollte man nicht in die Verlegenheit geraten, die an der Tafel gereichte Suppe, mit den Fingern essen zu müssen.


zum Seitenanfang


["Auswahl Ankleiden"]__[vor zu "Gerüstet"]


[zurück zu Kapitel VI] [Auswahl Mittelalter] [vor zu Kapitel VIII]